Pflegegrad 3 – Voraussetzungen und anschauliche Beispiele

Welcher Pflegegrad bei einer pflegebedürftigen Person vorliegt, ermittelt der Medizinische Dienst mit dem Neuen Begutachtungsassessment (NBA). In verschiedenen Bereichen werden Punkte vergeben, wenn Einschränkungen vorliegen, die Gesamtpunktzahl entscheidet über die Einstufung in einen Pflegegrad. Ergibt die Begutachtung insgesamt eine Punktzahl zwischen 47,5 und unter 70 Punkten, liegt Pflegegrad 3 vor. Menschen mit Pflegegrad 3 sind in ihrer Selbstständigkeit schwer beeinträchtigt.1

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Inhaltsverzeichnis

Pflegegrad 3 für die Pflege zuhause. Bildnachweis: Chinnapong / shutterstock.com

Zeitaufwand und Leistungen mit Tabelle zum Pflegegrad 3

Bei Pflegegrad 3 braucht eine Person Unterstützung im Alltag. Wird sie zu Hause gepflegt, kommt zur Grundpflege und zur Alltagshilfe auch noch die hauswirtschaftliche Versorgung. Meist ist Unterstützung bei der Körperhygiene, beim Ankleiden oder beim Essen nötig. Die Medikamenteneinnahme sollte beaufsichtigt werden sowie die Mobilität und die soziale Teilhabe gefördert. Dazu kommen die Aufgaben im Haushalt, welche die pflegebedürftige Person nicht mehr ausüben kann. Liegt Pflegegrad 3 vor, ist mit einem durchschnittlichen Zeitaufwand für die Pflege von drei bis fünf Stunden pro Tag zu rechnen.2

Es ist möglich, sich Geld bei Pflegegrad 3 bei der Pflege zu Hause auszahlen zu lassen, das sogenannte Pflegegeld. Wer den Gesamtbetrag der Geldleistung nutzen möchte, hat aber keinen Anspruch mehr auf Pflegesachleistungen. Aus dem Topf für die Pflegesachleistungen werden die Dienste professioneller Pflegedienste finanziert. Wer regelmäßig einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nimmt, ist in der Regel gut beraten, Pflegesachleistungen zu beanspruchen. Wird nur ein Teil des maximalen Betrags für Pflegesachleistungen gebraucht, ist die Kombination mit Pflegegeld möglich, das dann anteilig ausgezahlt wird. Wird zum Beispiel die Hälfte des Maximalbetrags für Pflegesachleistungen in Anspruch genommen, erhält man die Hälfte des Pflegegelds als Geldleistung aufs Konto.3

Welche Leistungen es von der Pflegekasse bei Pflegegrad 3 grundsätzlich gibt, zeigt die folgende Tabelle – es sind aber nicht alle Leistungen frei miteinander kombinierbar.

Leistung Anspruch (2026)
Pflegegeld monatlich 599 €
Pflegesachleistungen monatlich bis zu 1497 €
Entlastungsbetrag monatlich 131 €
Pflegehilfsmittel zum Verbrauch monatlich bis zu 42 €
Tages- und Nachtpflege monatlich bis zu 1362 €
Kurzzeit- und Verhinderungspflege jährlich bis zu 3539 €
Vollstationäre Pflege monatlich 1775 €
Hausnotruf monatlicher Zuschuss bis zu 25,50 €

 

Darüber hinaus werden die Kosten für notwendige technische Hilfsmittel erstattet oder diese werden leihweise gestellt. Sind aufgrund der Pflegebedürftigkeit Umbaumaßnahmen notwendig, übernimmt die Pflegekasse bis zu 4180 Euro pro Maßnahme für eine pflegebedürftige Person mit Pflegegrad 3. 4


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Haushaltshilfe oder Begleitperson? Ein Fallbeispiel für Pflegegrad 3

Mit den Leistungen der Pflegekasse für die Pflege zu Hause kann professionelle Hilfe zur Unterstützung in Anspruch genommen werden. Ob man die Leistungen für eine Haushaltshilfe, eine Begleitperson oder eine Pflegekraft nutzt, muss anhand der Bedürfnisse der pflegebedürftigen Person individuell entschieden werden.

Ein Fallbeispiel für Pflegegrad 3: Braucht eine pflegebedürftige Seniorin mit Pflegegrad 3 medizinische Behandlungspflege, dann darf diese nur von einer Pflegekraft durchgeführt werden. Behandlungspflege wird unabhängig vom Pflegegrad von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Pflegekräfte übernehmen außerdem die Grundpflege, sie helfen beim Aufstehen, bei der Körperhygiene und bei der Nahrungsaufnahme. Für die Grundpflege im eigenen Zuhause werden in der Regel ambulante Pflegedienste beauftragt und aus dem Topf für Pflegesachleistungen finanziert. Oft übersteigen die Kosten für den Pflegedienst die 1497 Euro, die für Pflegesachleistungen pro Monat bei Pflegegrad 3 vorgesehen sind. Was darüber hinausgeht, muss die pflegebedürftige Person als Eigenanteil selbst tragen.

Die Seniorin mit Pflegegrad 3 kann auch ihren Haushalt nicht mehr allein bewältigen. Da das Budget für Pflegesachleistungen bereits aufgebraucht ist, bleibt nichts übrig, was in die Nutzung für haushaltsnahe Dienstleistung überführt werden kann. In diesem Fall kann der Entlastungsbetrag für eine Haushaltshilfe eingesetzt werden. Wird eine Haushaltshilfe aus dem Entlastungsbetrag finanziert, muss diese in der Regel von einem nach Landesrecht zugelassenen Anbieter kommen, nur in drei Bundesländern gibt es Ausnahmen: In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg dürfen auch geschulte Nachbarschaftshelfer als Haushaltshilfe über den Entlastungsbetrag abgerechnet werden. Auch bei Gängen zu Behörden ist die pflegebedürftige Seniorin auf Unterstützung angewiesen. Über den Entlastungsbetrag rechnet sie dafür eine Begleitperson ab. Auch der Anbieter für die Alltagsbegleitung muss landesrechtlich anerkannt sein.5

Pflegegrad 3 bei Kindern – mit Fallbeispiel

Häufig sind es ältere Menschen, die pflegebedürftig werden und Unterstützung benötigen. Doch es gibt auch Kinder, die betroffen sind. Für Kinder ab elf Jahren gelten dieselben Bewertungsmaßstäbe wie für Erwachsene. Für jüngere Kinder werden andere Maßstäbe angelegt, da sie erst noch manche Fähigkeiten und ihre Selbstständigkeit entwickeln müssen. Ihre Fähigkeiten werden mit denen Gleichaltriger verglichen, so dass ersichtlich wird, in welchen Bereichen sie mehr Unterstützung benötigen. Eine Sonderregelung gilt für Babys bis zu einem Alter von 18 Monaten. Da Kinder in diesem Alter grundsätzlich hilfsbedürftig sind, würden sie ohne diese Sonderregelung nur einen niedrigen oder gar keinen Pflegegrad erhalten. Deshalb werden Kinder unter 18 Monaten pauschal einen Pflegegrad höher eingestuft, wenn Pflegebedürftigkeit festgestellt wird.6

Es gibt verschiedene Ursachen für den Pflegegrad 3 bei Kindern. Häufig sind Entwicklungsstörungen wie zum Beispiel Autismus, Trisomie 21, Hirnschäden oder Querschnittslähmungen der Grund für die Einstufung in den Pflegegrad 3. Vor allem bei der Grundpflege brauchen Eltern Entlastung, dazu sollte eine entwicklungsgerechte Förderung angestrebt werden. Für Unterstützung beim Waschen oder Essen kann der Anspruch auf Sachdienstleistungen eingesetzt und ein ambulanter Pflegedienst engagiert werden. Die Kosten für Frühförderstellen und verordnete Therapien übernimmt die Krankenkasse. Für darüber hinausgehende Fördermaßnahmen können bis zu 40 Prozent des Budgets für Pflegesachleistungen umgewandelt werden. Außerdem kann der Entlastungsbetrag für entwicklungsfördernde Maßnahmen oder Betreuungsangebote eingesetzt werden.7

Ein Fallbeispiel für ein Kind mit Pflegegrad 3: Ein zwölfjähriger Junge ist aufgrund von Trisomie 21 in den Pflegegrad 3 eingestuft worden. Bei ihm wurden motorische Einschränkungen, eine Sprachverzögerung und Lernschwierigkeiten festgestellt. Seine Eltern pflegen ihn zu Hause. Sie nutzen 70 Prozent vom Budget für Pflegesachleistungen, also 1048 Euro, um einen ambulanten Pflegedienst zur Unterstützung bei der Grundpflege zu finanzieren. Das Restbudget wird umgewandelt, um es für die Entwicklungsförderung des Kindes zu nutzen. So bleiben 449 Euro (30 Prozent von 1497 Euro) für gebärdenunterstützte Kommunikation und Frühes Lesen mit einer Heilpädagogin. Der Entlastungsbetrag fließt in eine integrative Spielgruppe, wo der Junge Kontakt zu Gleichaltrigen hat und in seiner Selbstständigkeit gefördert wird.

Welche Vergünstigungen gibt es bei Pflegegrad 3?

Liegt Pflegegrad 3 vor, ist oft die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises möglich. Wer einen Schwerbehindertenausweis hat, erhält steuerliche Vorteile und weitere Vergünstigungen, wie die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und Ermäßigung auf Eintritte. Dazu gesellen sich der Anspruch auf zusätzlichen Urlaub und besondere Regelungen bei der Altersrente. Es gibt aber nicht nur für Pflegebedürftige mit Pflegegrad 3 erhöhte Steuerfreibeträge, sondern auch für deren pflegende Angehörigen. Diese können entweder alle tatsächlichen Aufwendungen nachweisen oder den sogenannten Pflege-Pauschbetrag in Anspruch nehmen. Zu beachten ist, dass der Pflege-Pauschbetrag nur genutzt werden kann, wenn die Pflege unentgeltlich erfolgt – und wenn pflegende Angehörige einen Teil des Pflegegelds für ihre Unterstützung von der pflegebedürftigen Person erhalten, gilt dies als Einnahme.8

Jens Meyer

Jens Meyer

Geschäftsführer

Jens Meyer ist Experte für häusliche Pflege. In diesem redaktionell geprüften Beitrag teilt er sein umfassendes Wissen.

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